Grenzen setzen - nach 17 Jahren Essstörung

Aktualisiert: Feb 16

Das ist ein Thema, bei dem ich der Meinung bin, dass wir immer wieder lernen dürfen und uns immer wieder neu die Grenzen stecken dürfen – da wir uns immer wieder in unterschiedlichen Lebenslagen befinden.


Ich habe zurückblickend beispielsweise oft Dinge gemacht, die ich gar nicht tun wollte. Habe Dingen zugestimmt, weil ich dachte, ich wäre unzulänglich, wenn ich „nein“ sage. Ich machte mir Sorgen, was die anderen sonst von mir denken könnten, die Angst Andere vor den Kopf zu stoßen oder das blöde Gefühl egoistisch zu sein. Ebenso war da die Angst vor Ablehnung und vor Konflikten und Auseinandersetzungen, die ich immer sehr mied. Ebenso habe ich (immer noch) große Empathie gegenüber anderen Menschen, die daran beteiligt war. Mein „ja“ zu den Menschen, die etwas von mir wollten, was damit leider ein „nein“ zu mit selbst – dies war mir jedoch in keiner Weise bewusst. Nicht nur privat, auch in der Arbeit habe ich immer noch mehr Arbeit angenommen, weil ich dachte, sonst wäre ich keine gute Mitarbeiterin – was natürlich aus heutiger Sicht völliger Schwachsinn ist. Immer wieder habe ich Dinge gemacht, die mir eigentlich nicht gut getan haben oder, die mich geschwächt haben und letztlich innerlich von mir entfernt haben. Dies führte dann immer schnurstracks in einen Essanfall, denn die ganzen „schlechten“ Gefühle >> Gefühle, die ich selbst als schlecht bewertete <<, die sich tagsüber angestaut hatten, konnten abends im Essanfall abgebaut werden.



Klar wertete ich es für mich als „Stress“ ab, jedoch entstand dieser nur daraus, weil ich mich selbst immer wieder überforderte und „nein“ zu mir sagte, indem ich „ja“ zu Anderen sagte. Es war ein Mechanismus, der sich über viele Jahre hinweg zog. Das Muster erkannte ich jedoch erst, als ich schon in meiner Heilungsphase war.

Warum können wir unsere Grenzen auch oft nicht verteidigen?

>> Weil wir oft unsere Grenzen selbst nicht kennen, wie sollen sie dann andere Menschen kennen?



Heute gehe ich wie folgt immer wieder vor:

· Ich erkenne meine Grenzen in jeder Situation

· Ich akzeptiere meine Grenzen

· Und ich verteidige meine Grenzen und sage „nein“



Um zu verstehen, warum fehlende Grenzen so problematisch sind, eignet sich der Vergleich mit einem Grundstück:

Stell dir vor, du hast ein eigenes Grundstück. Dort gelten deine Regeln. DU entscheidest, wer dein Grundstück betreten darf und wer nicht. DU entscheidest, was andere Leute auf deinem Grundstück tun dürfen und was nicht … und wann sie wieder gehen sollen.

Ohne Zaun weiß aber niemand, ob er sich gerade auf deinem Grundstück befindet oder nicht. (Du weißt es ja selbst nicht!) Andere Leute können dann jederzeit auf deinem Grundstück herumtrampeln und machen, was sie wollen. Du siehst nur hilflos zu und fühlst dich scheiße.

Irgendwann platzt dir der Kragen und du versuchst, die ganzen Leute von deinem Grundstück zu verscheuchen. Die sind dann – zu Recht – stinksauer. Schließlich wussten sie ja gar nicht, dass sie sich auf DEINEM Grundstück befanden. Woher auch – ohne Zaun? Q: selbstbewusstsein-starken.net



Ich darf heute jeden Tag aufs Neue lernen mir bzw. meinen Mitmenschen Grenzen zu setzen und damit ein tägliches „JA“ zu mir zu sagen und in Selbstliebe zu Handeln.


Deine Tiziana




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ein.

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