Mein „Zauberwort“ um die Essstörung los zulassen

Aktualisiert: Feb 16

Letzthin wurde ich aus der Community gefragt, ob ich denn nicht ein „Zauberwort“ für die Heilung hätte…leider gibt es so etwas nicht. Jedoch kamen mir spontan die Worte in den Sinn „Übung macht den Meister“…denn so verhielt es sich auf meinem Weg in der geheilte selbst.



Nachdem ich schon rund 17 Jahre – zunächst geprägt durch Anorexie und die meiste Zeit in der Bulimie- feststeckte, war es zum Ende hin so, dass ich mich mehrmals täglich mit Essanfällen und dem damit verbundenen Erbrechen „beschäftigte“. Ich hatte mir zuhause auch einen Vorrat von unverderblichen Lebensmitteln, die Konservendosen & Co. Angelegt, um auch mal „spontan“, wenn Zeit war mich mit Essen vollstopfen zu können, um mich danach natürlich zu übergeben. Die Essstörung und die damit verbundenen Essanfälle waren zu meiner Hauptbeschäftigung geworden.



Ich sagte Freunden ab oder auch gar nicht erst zu, damit verbunden waren natürlich die Ausreden, die die Essstörung so schön kaschiert, denn eigentlich waren es Lügen – Lügen gegenüber Anderen und letztlich Lügen gegenüber mir selbst.



Nachdem ich dann endlich beschloss mir mein Leben nicht mehr länger von der Essstörung bestimmen zu lassen, sondern selbst-bestimmt leben wollte und das Ruder übernahm bzw. mich endlich entschied in die Umsetzung zu gehen und danach handelte, passierte bei mir nicht alles von heute auf morgen. Ich ließ meine langjährige „Freundin“ mehr und mehr los, ich spüre tagtäglich, dass ich sie immer und immer weniger brauchte. Es war eine Schrittweise – Verabschiedung. Zuerst beschloss ich die Abführmittel wegzulassen, das entschied ich radikal. Und habe seither keine mehr angerührt, denn ich bin so dankbar, dass mein Körper relativ schnell wieder zur „normalen“ Verdauung gefunden hat! Bei den Essanfällen ging alles step by step. Die Essanfälle wurden zunächst bewusster (hier schreibe ich ausführlicher im Artikel „was tun nach einem Fressanfall“) und die Anzahl verringerte sich auch nach und nach. Daher rührte meine Aussage „Übung macht den Meister“.



Irgendwann war ich an dem Punkt gekommen – bei meinem letzten Essanfall, dass ich danach tierische Bauchschmerzen hatte, was bis zu diesem Zeitpunkt noch nie der Fall war. Das fasste ich als Zeichen von meinem Körper auf. Das war der Moment in dem ich in Vergebung ging…mir kullerten die Tränen und ich empfand so viel Mitgefühl in diesem Moment gegenüber meinem Körper. Und das war der Moment, in dem ich entschied meinem Körper nie wieder solche Schmerzen zuzufügen.



Dieses Versprechen halte ich ihm bis heute gegenüber und ich bin meinem Körper unsagbar dankbar, dass ich nach 17 Jahren in der Essstörung – indem ich 2x im extremsten Untergewicht war, dass ich heute lebe, dass ich keinerlei (jetzt sichtbaren) bleibenden Schäden davon getragen habe und vor allem, dass mein Herz in den schlimmsten Zeiten für mich weiter schlug.



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ein.


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