Selbstverantwortung vs. Schuld


Aus einen aktuellen Post in der Facebook Community hat sich ergeben, dass das Thema Selbstverantwortung vs. Schuld aufgetaucht ist.


Ich selbst habe sehr lange Zeit beide Wörter nicht klar auseinander halten können, da für mich diese Wörter ineinander gingen und verschmolzen.


Ich habe mich für meine Situation schuldig gefühlt und das habe ich natürlich auch auf mein Umfeld, wie ein Spiegel, projiziert. Zunächst einmal war mein Umfeld, die Situation und alle Menschen um mich herum dafür verantwortlich, dass ich in eine Essstörung gerutscht bin. Ich war das arme Wesen, welches die Geschehnisse meiner Vergangenheit „ausbaden“ musste und diese eben in einer Essstörung, die mich 17 Jahre meines Lebens begleitete, auszubaden hatte. Ich machte meine Eltern, sämtliche Freunde, Beziehungen,…ja sogar Arbeitgeber – dafür verantwortlich, dass ich in dieser Situation gefangen war.



Ebenso einher ging damit, dass ich mich für diese Situation natürlich auch selbst schuldig fühlte, diesen Weg gewählt zu haben. Die ständige Selbstkasteiung machte es nicht besser und ich redete mir ein für immer in dieser Situation gefangen zu sein, mein Leben lang, denn es sollte mein Schicksal sein, dass ich irgendwann einmal für mich gewählt hatte. Ich war selbst verantwortlich, mich in diese Misere gebracht zu haben, so dachte ich lange Jahre lang.



Ich begann mich irgendwann mit persönlicher Weiterentwicklung zu beschäftigen, las sehr viel…zunächst färbte sich das zwar positiv auf mein Leben ab und ich lebte bewusster, jedoch änderte dies erstmal nichts an meinem gestörten Essverhalten. Was folgte daraus gedanklich bei mir? Ich dachte wieder „Du schaffst das sowieso nicht, die Essstörung begleitet Dich schon nun Dein HALBES LEBEN und Du wirst jemand sein, die mit der Essstörung sterben wird.“ – so mein Gedankengang.



Doch irgendwann mal war ich an dem Punkt angekommen, wo ich mir dachte, das kann es einfach nicht sein, das Leben muss mehr zu bieten haben. Ich dachte auch – egal ob Andere mich in diese Situation gebracht haben, oder nicht – ganz egal, denn ich kann und möchte nun entscheiden und damit die Verantwortung für die zukünftige Gestaltung meines Lebens selbst übernehmen.



Ich handelte damit selbstverantwortlich, indem ich mich auf meinen Heilungsweg begab und alles daran setzte mich meiner negativen Glaubenssätze, die ich mir selbst all die Jahre auferlegte, zu widersprechen.

In manchen Situationen fällt es mir bis heute nicht einfach den Unterschied zu ziehen zwischen Selbstverantwortung und Schuld, jedoch fällt es mir leichter, wenn ich die Situation genau ansehe und mich dann immer wieder für das selbstverantwortliche Handeln entscheide.



Zu diesem Blogartikel findest Du ein youtube Video auf meinem Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCekob3C1ibXGn3F_fribtYw?view_as=subscriber

Ebenso gehe ich darauf auf Instagram: https://www.instagram.com/tiziana_frueh/?hl=de

ein.

11 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen