Warum mich Rückfälle (bei der Essstörung) weitergebracht haben?

Als ich mich auf meinen Heilungsweg begab und noch nicht zu 100% die Essstörung loslassen konnte, gab es immer noch den ein oder anderen Rückfall – jedoch nicht mehr in dem Ausmaß, wie die Fressanfälle, als ich meine Essstörung auslebte!

Ich hatte „bewusste“ Rückfälle, d.h. zunächst lenkte ich mich weder von Internet, Fernsehen, Radio & Co. ab. Ich hatte einen Fressanfall im Stillen um mich herum, nur mit mir und dem Essen. Das allein war schon lang nicht so „entspannt“, wie ich es aus „gewohnten“ Fressanfällen kannte! Ja, es war befremdlich für mich und fühlte sich gar nicht mehr so gut an.



Ich hörte auf mir „teure“ Lebensmittel zu kaufen, denn zum Ende meiner Essstörung hin, kaufte ich meist teurere Fertiggerichte ein, die „besonders gut“ schmeckten – was sich natürlich auch am Geldbeutel bemerkbar machte.


Zudem, dass ich den Fressanfall bewusst machte, machte ich mich nach eines Fressanfalls Notizen, wie es dazu kommen war. Ich reflektierte ganz genau, welche Emotionen im Raum standen, die einen Fressanfall herbeiführten und wie ich mich in dem Moment davor fühlte.

Ich analysierte, mit welchen Menschen, in welchem Umfeld es mir gut oder schlecht ging, also was genau Auswirkung auf meine Essstörung hatte. Was triggerte mich und wo ging es mir gut? Ich lernte mich somit viel besser kennen und die Mechanismen, die zu einem Fressanfall führten. Ich musste mich Stück für Stück erst selbst wieder kennenlernen, denn die 17 Jahre in der Essstörung hatte mich von meinen Emotionen ganz entfernt und es war so wichtig diese wieder ganz wahrnehmen zu können und nicht immer und immer wieder zu unterdrücken.



Daraus entstanden Notizen und ich machte mir Hintergründe für mein Smartphone, die mich immer wieder erinnern sollten, wo mein eigentlicher Weg war bzw. wo ich hinwollte.

Eines der wichtigsten Punkte war, dass ich mich selbst nicht mehr für einen Fressanfall / Rückfall verurteilte, denn daraus entstanden Schuldgefühle und die Stimmen „ich schaffe es eh nicht nach 17 Jahren aus der Essstörung“ (Artikel „Gründe, warum Du noch an der Essstörung festhältst“) wurden nur wieder lauter. Hier hatte ich eben für mich erkannt, dass mich Selbstkasteiung nicht weiterbringt – ganz im Gegenteil.



Ich zog immer mehr aus Rückfällen und sie stärkten mich daher im Nachhinein gesehen. Heute kann ich sagen, dass sie zu meiner Heilung beitrugen.


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ein.

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