• Tiziana

Wie ich wieder Essen lernte - nach 17 Jahren Essstörung

Aktualisiert: 2. Aug 2020

Nachdem mich die Essstörung 17 Jahre lang begleitete und ich gerade zum Ende meiner Essstörung nur noch Essanfälle mit anschließendem Erbrechen hatte – sonst keine Nahrung zu mir nahm, außer 1 Fläschchen Trinknahrung am Tag, war es eine Herausforderung wieder feste Nahrung zu mir zu nehmen!



Um erstmal aus dem Extremhunger und den damit verbundenen Fressanfällen (& Erbrechen) zu kommen, ich mir jedoch nicht vorstellen konnte feste Nahrung zu behalten >> ich hatte ANGST davor, und mir das aber eingestand – entschied ich mich dafür die Trinknahrung drastisch nach oben zu schrauben. Ich trank anfangs etliche Fläschchen am Tag, und sie retten mich davor in den Extremhunger und damit in einen Fressanfall zu kommen.



Nachdem ich mir bei diesem Schritt ebenso dazu entschied jegliche Abführmittel wegzulassen und natürlich auch wollte, dass mein Stuhlgang wieder in Gang kommt, war es damit unerlässlich für mich auch feste Nahrung zu integrieren. Dies konnte ich nicht auf einmal, sondern integrierte diese zunächst nur abends, da blieb ich erstmal wieder einige Wochen dran, dann integrierte ich feste Nahrung schon nachmittags, irgendwann dann ab Mittag und dann war ich nach ca. 2-3 Monaten soweit angelangt, dass ich auf die Trinknahrung ganz verzichten konnte – zum einen, weil ich mich an das Essen wieder „gewöhnt“ hatte und zum anderen, weil ich die Trinknahrung nicht mehr zur Zunahme benötigt habe, da ich im mittleren Normalgewicht angelangt war – was dann auch der Moment war, in dem ich mich von der Waage trennte.


Ebenso, wie ich anfangs Schritt für Schritt immer weniger Fressanfälle hatte, habe ich mich Schritt für Schritt an das gewöhnen von fester Nahrung wieder ran getastet. Zudem fand bei mir ebenso auf diese Weise die Rauchentwöhnung statt – die ineinander mit dem Loslassen der Essstörung ging. Ich hatte es nicht darauf angelegt beide Süchte zusammen abzulegen, jedoch entwickelte sich das


Ich habe für mich auf meinem Heilungsweg ganz klar erkannt, dass ich bestimmte Dinge nicht radikal von heute auf morgen machen kann, sondern mehr für bestimmte Verhaltensweisen, die mich lange Jahre begleitet haben, mich „nur“ Schrittweise entfernen kann. Ich habe meiner Heilung Zeit gegeben und im Nachhinein betrachtet war mein Heilungsweg weitaus kürzer, als die 17 Jahre, in der ich in der Essstörung feststeckte. Ich durfte mich jedoch auch hier in Geduld üben und da ist zu erwähnen, dass ich kein sehr geduldiger Menschen bin, weder anderen – noch mich selbst gegenüber.


Jedoch hat sich meine Geduld und mein „dran bleiben“, das jetzt noch nachhallt in meinen Ohren wirklich sehr gelohnt – es war die beste Investition, die ich machen konnte! Und es sind immer die wertvollsten und besten Investitionen, die wir an uns selbst vollziehen können – denn wir haben uns selbst ein Leben lang „an der Backe“ und das rund um die Uhr. Heute bin ich so gern mit mir allein und schöpfe aus diesen Zeiten, ich nenne sie „Quality – oder Me-Time“ enorm viel Kraft!


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ein.

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